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das DING und das SEIN

 

Zu der Ausstellung – das DING und das SEIN – von Jan Kuck & Sascha Walmroth (Dezember 2012)

apophenia

Grundlegend würde ich die Möglichkeiten der Realität ansprechen, die in ihrer Vielfalt anscheinend schwer zu begreifen sind.
Geschieht unser Sehen, das Wahrnehmen unmittelbar oder mittelbar durch unsere Sinne und was existiert zwischen diesen beiden scheinbaren Gegensätzen? Was verstehen wir unter der Realität eines Individuums und der des Kollektivs und wie wirkt sich diese Reibung im heutigen digitalen Zeitalter auf uns aus?

Die Spannung zwischen den Dingen als solche und unserem menschlichen Dasein könnte man sich als pulsierender Fluss des immer Neuen in unserer täglichen Wahrnehmung in all seinen Perspektiven und seinen Gegensetzen vorstellen. Durch die Entstehung ständig neuer Bilder in unserem digital kollektiven Wahrnehmen, scheint die Zeit immer schneller zu fließen. Aber da Zeit auch subjektiv ist, stellt sich die Frage, wie das Individuum dadurch beeinflusst wird?

Möglicherweise sollten wir den Begriff Zeit neu überdenken. So könnten wir annehmen, dass der Moment als solcher nur in der Vergangenheit existiert, da das Licht trotz seiner unglaublichen Geschwindigkeit, erst mit Verzögerung unser Auge trifft. Diese Übergänge sind fließend, denn sobald der wahrgenommene Moment die Gegenwart berührt, wird er ein Teil von ihr und seine Kraft reicht sogar in die potentielle Zukunft hinein, obgleich er doch schon vergangen und vorbei ist. Was im Grunde bedeutet, dass alles Sein und alle Dinge gleichzeitig in einem Augenblick existieren und Zeit bloß eine Illusion ist, die aufgrund unsere beschränkten synästhetischen Wahrnehmung als solche wahrgenommen wird.

Somit kommen wir wieder an den Ausgangspunkt. Was steht zwischen mir und den Dingen die ich sehe? Zeit, Raum, etwas anderes oder gar das Nichts?

Seit jeher bildet die Malerei unsere Umwelt ab, doch zeigt sie dabei nicht die objektive Realität, wenn es denn eine gibt, sondern vielmehr was zwischen den abgebildeten Dingen und uns existieren könnte. Unsere innere Welt besteht aus Bildern, die anscheinend von Außen herrühren und einen hohen eigenen emotionalen Wert besitzen. Der Austausch zwischen der inneren und äußeren Welt kann uns über die Pforten der Wahrnehmung zu neuer Erkenntnis führen. Diese Möglichkeit des Sehens heraufzubeschwören, führt uns ständig aus Platons Höhle heraus, auch wenn wir immer wieder nur Licht und Schatten erkennen.
Sascha Walmroth, Oktober 2012